Pong ist der Gründungsmythos der Computerspieleindustrie. Wie kein anderes Spiel steht Pong für den Beginn der mittlerweile über drei Jahrzehnte langen Geschichte der kommerziellen Computerspieleentwicklung.
Doch speist sich der Pong Mythos noch aus einer anderen Quelle.
Denn das Aufkommen der digitalen Spiele markierte auch den Beginn für
die Digitalisierung vieler Bereiche unseres gesellschaftlichen Lebens.
Computerspiele waren die ersten Anwendungen, die auch ganz normale
Menschen bemächtigten, mit Computertechnik umzugehen. In diesem Sinne
kommt Pong über die Bedeutung für die Computerspielegeschichte hinaus
eine weit größere Breitenwirkung zu. Der Erfolg von Pong steht
– historisch konkret und im übertragenen Sinne – in direktem
Zusammenhang mit der Entwicklung unserer digitalen
Informationsgesellschaft.
Dieser Prozess wurde in den letzten Jahren zunehmend auch in der
künstlerischen Praxis zum Thema gemacht. Wichtige Ausstellungen wie GameArt (Völklinger Hütte) oder Games. Computerspiele von KünstlerInnen. (Dortmund) haben eindrücklich gezeigt, dass es immer wieder
Computerspiele sind, die den KünstlerInnen als Bezugsmedium dienen.
Dass sich dabei mit keinem anderen Spiel in dieser künstlerischen
Praxis so häufig und intensiv auseinander gesetzt wird wie mit Pong, ist ein deutlicher Hinweis auf dessen „mythische Kraft“.
Der Mythos um Pong hat sich mittlerweile von seinem historischen
Ursprung in den Spielhallen emanzipiert und ist in einem größeren
Kontext wirkungsmächtig geworden. Die Ausstellung möchte sich auf die
Spuren dieses Mythos begeben, die sich nicht nur in der Industrie
selbst und im Bereich der Kunst sondern auch in der Wissenschaft finden
lassen.
Leitmotiv von pong.mythos ist das Thema Übergang. Dies gilt
einerseits im Hinblick auf die Verzahnungen und interdisziplinären
Verbindungen der drei Bereiche Kunst, Computerspiele und Wissenschaft.
Viele der gezeigten Werke sind auf der Grenze von kreativem Schaffen,
Spieltrieb und genialem Ingenieurtum angesiedelt.
pong.mythos spürt aber auch ebenso dem Übergang einer analogen
zu einer digitalen Gesellschaft nach (und in manchen Beispielen sogar
wieder zurück).
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